Zu meinen Stories

Kurzgeschichten zu meinen MMO oder RP Charas.

#02 Dunkel

 Langsam ließ die Benommenheit zurück und tauschte mit einem dumpfen Kopfschmerz den Platz. Rutae rieb sich zuerst die Augen, dann den Kopf und versuchte sich zu erinnern, was zuletzt eigentlich passiert war. Dabei blickte sie sich suchend um und realisierte erst jetzt so richtig, dass es ziemlich dunkel war. Nur hier und da flackerten die roten Lichter der Notbeleuchtung, die aber kaum Helligkeit verursachte.

„Rayle?“ fragte die Twi'lek unsicher, während langsam Bruchstücke der letzten Ereignisse wieder den Weg in ihre Gedanken fanden.

Sie erinnerte sich an eine dumpfe Explosion, auf die kaum eine Sekunde später eine zweite, viel massivere Explosion gefolgt war. Die ganze Station hatte gebebt, die Leute waren hingefallen, teils sogar nicht mehr ganz so gut in Schuss befindliche Verstrebungen aus den Halterungen gesprungen. Die Luft schmeckte sogar hier, scheinbar relativ weit weg von der Explosion, irgendwie rauchig und war deutlich wärmer als zuvor. Irgendwie kam ihr auch 'verbrauchter' in den Sinn, doch sie hoffte, dass sie sich das nur einbildete, denn das könnte bedeuten, dass die Luftaufbereiter oder gar das Lebenserhaltungssystem defekt oder zerstört war.

„Rayle, verdammt, jetzt sag doch was!“ fluchte sie angesäuert.

Die Twi'lek holte ihr Comlink heraus und pipte Rayle an. Sie höre ganz in ihrer Nähe das seltsame Knacken eines alfarianischen Sumpfhuhns und fühlte sich schon etwas erleichtert. Es gab in der ganzen Galaxies nur einen Idioten, der sein Com so eingestellt hatte, dass es bei eingehenden Anrufen diese Töne von sich gab. Vorsichtig tappste sie in die Richtung des Lauts, ihr Com dabei als Lichtquelle vor sich haltend. Beinahe war sie über irgendetwas gestolpert, doch sie hatte sich noch fangen können. Als sie im schwachen Licht Rayles Gestalt am Boden liegen sah, war sie froh, ihn gefunden zu haben, aber ihn so bewusstlos da liegen zu sehen, sorgte sie sehr.

„Das ist nicht lustig, wach endlich auf!' maulte sie und gab ihm eine sachte Ohrfeige.

Der Mann regte sich nur schlaftrunken, was Rutae entrüstet schnauben lies. Die nächste klatschte umso heftiger, Rayle ruckte dann orientierungslos auf, blickte Rutae, soweit sie es im schwachem Licht erkennen konnte, mehr als verwirrt an. Im Hintergrund krähte noch immer das alfarianische Sumpfhuhn. Die Twi'lek deaktivierte ihr Com und half Rayle, sich hinzusetzen.

„Wie lange war ich weg, Kleine?“ wollte er mit ungewöhnlich schwacher Stimme wissen.

Rutae hob ihren Arm und blickte auf das Display ihres Chronometers.

„Scheinbar eine Stunde, ich bin vorhin wach geworden und mich ziemlich erschreckt, weil ich dich nicht sofort gefunden habe. Weißt du, was hier los ist? Ich glaube, irgendwas ist explodiert und hat die Energieversorgung lahmgelegt. Und mit der Luft stimmt auch was nicht. Meinst du, die bekommen die Brände, wenn es welche sind, nicht in den Griff?“ sprudelte es aus ihr hervor.

Rayle hob die Hand, um ihr zu signalisieren, etwas langsamer zu machen. Er rieb sich über die Augen und gähnte müde, ehe er sich selbst ein paar Mal auf die Wange schlug.

„Wenn ichs nicht besser wüsste, dann würde ich behaupten, die haben die Luftaufbereiter mit Schlafgas befüllt, ich fühle mich, als könnte ich eine Woche durchschlafen...“ brummte er.

Rutae hob die Augenwulst.

„Ich bin hellwach und ich habe eine Heidenangst, hier mitten im Nichts auf einer Raumstation zu sitzen, die vielleicht bald ein wirklich ernsthaftes Problem hat. Reiß dich zusammen, du bist doch die Vaterfigur hier!“ schalt sie ihn und hielt ihm die Hand hin, damit er sich auf die Beine helfen lassen konnte.

„Hast ja recht, Kleines. Aber ich weiß nicht, was los ist. Aber eines kann ich dir sagen... mit der Luft stimmt wirklich etwas nicht. Wir sollten nach jemanden suchen, der sich hier auskennt. Die werden doch sicher Notfallprotokolle haben, immerhin ist das eine Forschungsstation.“ erklärte er, während er sich mit Rutaes Hilfe aufrichtete. Er wirkte wirklich nicht besonders fit, Rutae konnte zumindest keine äußerlichen Verletzungen ausmachen.

 

„Wir sind noch in der Nähe der Poststelle, lass uns am besten gleich da fragen.“ schlug Rutala vor, Rayle quittierte dies mit einem Nicken.