Zu meinen Stories

Kurzgeschichten zu meinen MMO oder RP Charas.

Aliera befand sich im Tempelgarten im Schatten eines großen Laubbaumes. Ihre Beine hatte sie zu einem Schneidersitz gezogen, ihre Hände ruhten auf ihren Knien. Die fünfzehnjährige trug eine einfach, aber weit gehaltene Robe, ihr langes, offenes Haar fiel ihr locker den Rücken hinab. Ihre Augen waren geschlossen, dennoch könnte man meinen, dass sie immer wieder durch kleine Schlitze hinaus blinzelte. Phyar, Alieras gefiederter Freund hatte sich auf einem Ast über der Padawan niedergelassen und schien sich auszuruhen. Aliera spürte,wie sich jemand vertrautes näherte. Sie gab es auf, so zu tun, als wäre sie in Meditation versunken und öffnete die Augen.

„Meister.“ sagte sie ruhig und rappelte sich auf, um sich dann höflich vor ihm zu verbeugen.

„Wie ich sehe, langweilst du dich und findest nicht in die Meditation, nicht wahr?“ er schmunzelte und musterte seine Schülerin, die verlegen nickte.

„Ja, ich kann aber auch nichts vor Euch verbergen, nicht wahr?“ erwiderte sie grinsend.

Cheldran nickte und bedeutete dem Mädchen, ihm zu folgen. Aliera schluckte die aufkommende Frage, wohin es nun gehen würde, herunter. Sie wusste, dass er ihr nicht gleich verraten würde, was er nun vor hatte. Ihr Meister hatte ein Fabel für Geheimniskrämerein und Geduldsproben, wohl wissend, dass Aliera ihre Schwierigkeiten damit hatte.

 

Er führte seine Padawan durch den Garten, lenkte ihre Schritte dabei über die angelegten Pfade. Sie erreichten einen kleinen Eingang, der in den Liftraum führte. Die beiden begaben sich auf Ebene Eins und durchschritten drei weitere Räume, bis sie die Haupthalle erreichten. Während sie die Säulen abschritten,  zweiundzwanzig hatte die Padawan gezählt, begegneten ihnen nur ein paar Jedi, die zielgerichtet ihrer Wege gingen. Zu ihrer rechten tauchte der Eingang zu den Archiven auf. Cheldran bedeutete ihr, zu warten und betrat die Archive.

 

Aliera trat an die Seite des Eingangs, um nicht im Weg zu stehen. Sie fragte sich, was er vorhatte. Sie lehnte sich an die Wand und beobachtete die Jedi und Boten, die durch die Eingangshalle schritten. Sie kannte die meisten vom Sehen, nur ein junger Jedi, der an einer Säule stand war ihr unbekannt. Er hatte kurzes, strubbeliges Haar und wirkte nervös. Nein, er war nervös, das konnte man regelrecht spüren. Aliera blickte kurz durch den Eingang des Archivs, doch ihr Meister war noch nicht zu sehen. Sie drückte sich von der Wand ab und ging auf den jungen Mann, der wohl etwa fünf oder sechs Jahre älter als sie war, zu. Er bemerkte sie erst, als sie schon fast bei ihm stand und schreckte zurück.

„Tut mir Leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“ erklärte sie im vertraulichen Ton und machte eine beschwichtigende Geste. Er lächelte verlegen und fing sich etwas.

„Muss, muss es nicht, ich war nur in Gedanken.“ erklärte er und fuhr sich durch sein Haar.

 Aliera nickte, als sie ein undefinierbares Gefühl beschlich. Sie konnte es nicht genauer beschreiben, aber etwas fühlte sich schlichtweg nicht richtig an. Sie wollte zu einer Frage ansetzen, als sie im Augenwinkel gewahr, dass Meister Cheldran aus dem Archiv kam.

„Padawan, es geht los.“ erklärte Cheldran und winkte Aliera zu sich.

Als Aliera sich zu dem Jungen neben sich umdrehte, war dieser Verschwunden. Sie blinzelte irritiert und kam der Aufforderung ihres Meisters, der schon die ersten Schritte gen Tempelausgang lenkte, nach. Als sie zu ihm aufgeschlossen hatte, blickte sie ihn fragend an.

„Kennt ihr den Jedi, mit dem ich gerade gesprochen hatte?“

Cheldran hielt kurz inne und runzelte die Stirn.

„Welcher Jedi? Da war niemand, Aliera.“ 

„Hä, ich meine doch... Ich habe doch mit ihm gesprochen...“ murmelte sie irritiert.

Cheldran blickte sie an, während er sich wieder in Bewegung setzte.

„Vielleicht hast du nicht gemerkt, als er gegangen ist. Du bist ja mit deinen Gedanken gern überall, nur nicht dort, wo sie hingehören.“

Auch wenn ihr Meister schmunzelte, hörte sie den darin versteckten Tadel heraus.

„Ihr habt wohl Recht, Meister.“ antwortete sie und durchschritt mit diesem das Portal nach draussen.

 

Vor dem Tempel zuckte Aliera noch einmal für sich mit den Schultern, während Cheldran sie über einen Fußweg ein Stück vom Tempel führte. Unweit davon befand sich der Landesteg für die öffentlichen Gleiter. Als Cheldran und Aliera die Plattform erreichten, kam gerade ein Gleiter an. Cheldran schmunzelte und Aliera war sich sicher, dass er wie immer seine Zeiteinteilung so gesetzt hatte, dass sie nirgends warten mussten. Die beiden warten, bis die Leute, die aussteigen wollten, das Gefährt verlassen hatten. Dann stiegen sie ein. Während Cheldran wie immer einen Sitz in der Nähe das Fahrers wählte, bezog seine Padawan einen Sitz hinter ihm. Der Gleiter setzte sich in Bewegung und fügte sich nahtlos in den dichten Verkehrsfluss der Planetenstadt ein. Aliera blickte aus dem Fenster, um sich zu orientieren, doch erschwerten ihr die vielen hohen Gebäude und der dichte Verkehr die Orientierung erheblich. Sie fand Coruscant interessant, doch sie liebte die Natur und fühlte sich auf weniger dicht besiedelten Planeten meist wohler. Aliera spürte, dass ihre Aufmerksamkeit wieder abdriftete und atmete einmal tief durch. Cheldran stand nach einer knappen halben Stunde auf und nickte gen Aliera, die es ihm daraufhin gleichtat. Cheldrans Miene verriet nichts über dessen Pläne oder Gedanken, es war freundlich, beinahe schelmisch wie immer. Aliera mochte das. Es war, als wäre seine Stimmung unerschütterlich und sie nahm sich vor, es ihm gleichzutun.

 

Die beiden begaben sich zum hinteren Ausgang und warteten, bis der Gleiter in seiner Haltebucht abgesetzt hatte. Die Türen glitten auf und die beiden traten auf die Plattform. Aliera blickte sich um. Sie befanden sich inzwischen einige Eben unter der, auf der sich der Tempel befand. Die Häuserschluchten nach obenhin waren hoch. Über sich konnte Aliera mindestens zwei Verkehrsebenen erkennen. Aliera blickte wieder zu ihrem Meister, der sich nun ebenfalls umblickte, allerdings weniger auffällig als seine Padawan dies getan hatte. Er nickte in eine Richtung und marschierte mit weiten, aber bedächtigen Schritten los. Aliera musste etwas schneller gehen, um mit ihm Schritt zu halten. Sie hielten auf ein großes, an den Seiten von massiven Pfeilern gestützten Gebäude zu. Soweit Aliera erkennen konnte, befanden sich hier vornehmlich Arbeiterwohungen, etwas weiter oben kleinere Büros. Ihr Meister führte sie am Haupteingang vorbei zu einem Wartungsanbau. Dort wartete ein kleiner, gedrungener Mann auf die beiden. Er trug eine Hausmeisteruniform und wischte sich gerade mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn. Er nickte Cheldran und Aliera zu.

 

„Meister Cheldran, gut, dass ihr so schnell kommen konntet.“ erklärte der Mann.

Er wirkte unsicher und beinahe ängstlich. Aliera versuchte zu ergründen, woraus seine Stimmung resultierte, doch es schien nichts unmittelbares in ihrer Nähe zu sein.

„Natürlich, Kez. Ich weiß, dass du nur um Hilfe bittest, wenn es wirklich nötig ist.“ erwiderte Cheldran und klopfte seinem Freund auf die Schulter. Aliera kam nicht umhin zu staunen, wo ihr Meister überall Freunde hatte. Jeder schien ihn auch zu mögen, aber das verwunderte sie nicht, auch sie möchte ihn gerne.

„Dann zeig uns mal die Stelle, Kez.“

Aliera streckte sich etwas.

„Meister,... es wäre sicher hilfreich, wenn ich auch wüsste, worum es geht. Ich würde gerne die Augen offen halten.“ erklärte die Padawan.

Cheldran Rukhara wandte sich an sie und lächelte.

„Das weiß ich. Aber in diesem Fall möchte ich, dass du das tust, ohne etwas zu wissen. Denn so könntest du vielleicht Dinge entdecken, die ich nicht erkennen würde, weil ich sie Aufgrund meines Wissens von vornherein ausschließen würde.“ erklärte er ruhig.

Aliera seufzte innerlich. Er tat es wieder. Er bevorzugte verschiedene Wahrnehmungen, um Dinge zu Filtern und dann die Teile zu einem Ganzen zusammenzufassen. Gewiss war das eine kluge Vorgehensweise, dennoch konnte Aliera ihre Neugier nicht immer so bremsen, wie es der Situation angemessen gewesen wäre. Dennoch nickte sie und folgte Cheldran und Kez in das Gebäude.  Während Cheldran ruhig wie immer war, so wurde Kez mit jedem Schritt nervöser.

 

Die drei folgten einem längerem Gang, von dem mehrere Türen abgingen. Einige waren beschildert und dienten deutlich der Lagerung von Reinigungsuntensilien, Werkzeugen und derlei. Nach etwa sieben Türen blieben sie vor einer größeren stehen. Kez holte einen Magnetschlüssel hervor und öffnete die Tür zu einem Treppenhaus. Das Licht darin war schwächer und flackerte in unregelmäßigen Abständen. 

„Gibt es Probleme bei der Stromversorgung?“ wollte Aliera wissen und blickte Kez nachdenklich an.

Der Mann schüttelte den Kopf.

„Eben nicht. Davon abgesehen, dass er regelmäßig gewartet wird, kontrolliere ich ihn seit dem Auftreten der Stromschwankungen täglich einmal zusätzlich. Aber da ist nichts.“ Seine Stimme klang ratlos.

Kez zog wieder sein Tuch hervor und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Cheldran nickte und begann, die Treppen hinab zu steigen, seine Padawan und Kez folgten ihm einen Augenblick danach. Aliera konzentrierte sich auf die Macht, doch in dieser konnte sie nichts auffälliges erkennen, abgesehen davon... Wieder hatte sie den Eindruck, dass etwas nicht 'Richtig' war, aber sie wusste nicht, was dies verursachte. Sie blieb kurz stehen und musterte eine er flackernden Lampen, ehe sie mit etwas eiligen Schritten die Treppen hinabstieg, um zu den beiden Männern aufzuschließen.

 

Als sie etwa zehn Stockwerke weiter unten waren, öffnete Kez eine weitere Türe. Der Raum war etwas größer und wurde das Zentrum von einem recht großen, wenn auch schon betagterem Generator in Anspruch genommen. An den Wänden außerhalb wechselten sich Wartungsluken und Kontrollgeräte ab, im Boden waren Verteiler und Kabel eingelassen. Die Deckenstrahler beleuchteten das Ganze mehr schlecht als recht, auch hier flackerten sie immer wieder mal. Cheldran begab sich von Kez gefolgt zur Haupttafel der Konsole, während Aliera erst einmal im Eingang stehen blieb. Sie fragte sich, warum Kez einen Jedi zur Hilfe gerufen hatte, ein Techniker wäre wohl eher angebracht gewesen. Sie rief sich ins Gedächtnis, dass sie nicht alle Informationen hatte und wartete erst einmal ab, was die Situation mit sich bringen würde. Cheldran schüttelte gen Kez den Kopf, was diesen den eigenen hängen ließ. Die beiden gingen zusammen die Kontrollgeräte ab.

„Ich kann hier nichts unnatürliches wahrnehmen, Kez. Das bedeutet zwar nicht, dass dem nicht so wäre, aber es ist recht unwarscheinlich.“ Der Jedimeister blickte einige Augenblicke im Raum umher.

Aliera kniete sich hinab und öffnete eine der Wartungsluken. Dahinter befand sich ein längerer, enger Schacht, dessen Ende im Dunkeln lag. An der Seite verliefen Kabel und in regelmäßigen Abständen waren Wartungsschaltkreise angebracht. Vermutlich verrichteten Droiden die Arbeit, denn ein Erwachsener Mensch passte kaum in den Schacht.

„Hmmm....“ machte die Padawan und ging in die Knie.

Sie blickte zurück zu Cheldran und Kez, die beiden waren auf der anderen Seite des Raumes in ein Gespräch vertieft. Sie blickte zurück zu der Luke und krabbelte kurzerhand einfach hinein. Ein kleiner Knoten bildete sich in ihrem Innerem, der Beengende Raum war nicht gerade angenehm. Als ihre Augen sich nach einigen Momenten an die Dunkelheit gewohnt hatten bewegte sie sich langsam aber stetig voran, bis sie kaum noch etwas erkennen konnte. Ihr dämmerte, dass es reichlich dämlich war, ohne Licht in einen dunklen Schacht zu klettern. Ihr Lichtschwert konnte sie ebenfalls nicht zünden, dafür war es viel zu eng. Dennoch krabbelte sie noch etwas voran, immerhin gaben die Dioden der Schalttafeln einen schwachen Schein ab, so konnte sie sich wenigstens orientieren. Die Stimmen ihres Meisters und Kez waren zu einem kaum verständlichen Gemurmel abgesunken.

 

Mit einem dumpfen Stoß rammte Aliera das Ende des Schachtes.

„Au, verflixt...“ entfuhr es ihr, während sie sich über die Stirnfront rieb.

Vorsichtig tastete sie umher, bis sie feststellte, dass der Schacht eine Linksbiegung machte. Sie krabbelte weiter und konnte nun vor sich etwas Leuchten sehen. Sie näherte sich vorsichtig und hielt mit etwas Abstand davor Inne. An einem der Kabel war neben den Schaltkreisen eine seltsame Vorrichtung angebracht. Es wirkte wie eine Art Datapad mit mehren Anschlüssen, die mit dem Wartungsschaltkreis verbunden war. Abgesehen davon, dass die Vorrichtung passiv wirkte, befand sich in dessen Zentrum ein kristallines Gebilde, dass Aliera an das Gefühl, dass etwas falsch war, erinnerte.

„Ich sollte meinem Meister davon berichten...“ murmelte sie.

Da der Platz nicht ausreichend war, um sich umzudrehen, begann sie damit, rückwärts zu krabbeln. Schon nach einem Meter stieß sie gegen ein Hindernis, dass eben noch nicht da gewesen war. Es fühlte sich weich an, dem Widerstand nach musste es etwas größeres sein. Sie versuchte ihren Kopf zu drehen, in der Hoffnung im Dunkel etwas erkennen zu können. 

„Tut mir Leid...“ murmelte eine leise Stimme.

Aliera konnte nicht mehr reagieren, als sie eine Bewegung gewahr und einen harten Schlag gegen die Schläfe abbekam. Sie kämpfte gegen den Verlust ihres Bewusstseins an, doch ihre Benommenheit nahm rapide zu. Sie nahm kaum noch war, wie sie in eine von ihr zuvor unbemerkte Abzweigung des Schachtes gezogen wurde.

 

Ein schwaches Summen holte Aliera aus der Stille der Bewusstlosigkeit. Sie blinzelte, doch sie konnte nichts sehen, ringsum war alles in Dunkelheit getaucht. Sie lag auf einer Art Decke. Mühsam richtete sie sich auf und suchte nach ihrem Lichtschwert, doch es war nicht mehr an seinem Platz. Die Padawan konzentrierte sich auf die Macht, doch sie konnte in ihrer unmittelbaren Umgebung nichts entdecken, was nicht unbedingt etwas bedeutete, da sie hin und wieder ihre Probleme damit hatte.

'Nun, eine gute Gelegenheit, sich weiter darin zu üben...' dachte sie bei sich und stand nun endgültig auf.

Ihre Augen hatten sich mittlerweile an die Dunkelheit gewohnt und sie konnte schwache, unklare Schemen erkennen. Sie befand sich in einer Art Kammer, wobei die Wände zum Teil aus sehr unterschiedlichen Materialien zu sein schienen, immer wieder erkannte sie undeutliche Unterbrechungen und Nähte. An eine der Wände schienen Bretter oder Bleche angelehnt zu sein, auf der anderen Seite befanden sich einige Kisten. Die Padawan ging mit vorsichtigen Schritten auf eine der Wände zu, um dann an ihr entlang den Raum einmal zu umrunden. Dabei berührte sie die Wände, um das Material auf Schwachstellen und dergleichen zu untersuchen. Irgendwo in der Ferne nahm sie ein elektrisches Summen war, gepaart mit etwas, dass wie Wassertropfen klang und definitiv nicht in ihrer Kammer war. Also musste es eine Lücke oder dünne Stelle, die sie zur Flucht nutzen konnte, geben. Eine der Platten an der Wand, die sie gerade befühlte, gab ein wenig nach, also drückte sie erst mit der Hand, dann mit ihrer Körperseite dagegen. Sie musste sich mehrmals dagegen werfen, bis die der Abschnitt endgültig nachgab und sie mit der Platte auf der anderen Seite auf den Boden krachte. Aliera hielt kurz inne, um zu hören, ob irgendetwas auf den Krach reagiert hatte, doch bis auf die ohnehin vorherrschenden Geräusche war nichts zu hören.

 

 Sie blickte sich aufmerksam um. Sie befand sich in einer kleinen Lagerhalle. Die elektrischen Geräusche stammten von den Deckenlampen, die fast durchgehend flackerten und die Umgebung gespenstisch wirken ließen. Den Ursprung des tröpfelnden Geräusches konnte das Mädchen nicht entdecken. Sie bewegte sich mit vorsichtigen Schritten vorwärts, um ihre nähere Umgebung nach Hinweisen auf ihren Aufenthaltsort und ihren Entführer zu untersuchen. Sie verspürte ein leichtes Unwohlsein, aber keine Angst, denn irgendwie war es auch interessant, denn sie musste sich auf einer ziemlich tief gelegenen Ebene von Coruscant befinden. So einen Ort betrat man nicht einfach für Sightseeing, kaum einer kam hier freiwillig hinab. Aliera betrachtete alles, dass sie erkennen konnte genauer. War etwas anderes, also barg es etwas Macht in sich, oder hatte die ein oder andere Signatur der Macht an sich, so fiel es ihr leicht, diese Dinge zu erkennen, so war es seit sie denken konnte. In der Nähe befand sich eine kleine Kiste, die ihre Aufmerksamkeit erregte. Darin musste sich etwas vertrautes befinden, warum sie es als solches empfand, konnte Aliera sich selbst nicht so genau erklären. Sie blieb vor der kleinen Kiste, die an einer Säule stand stehen und kniete sich hin. Darin befanden sich diverse Habseligkeiten aber auch Alieras Lichtschwert. Sie griff danach und untersuchte es, doch es war alles in Ordnung. Sie heftete es sich wieder an den Gürtel und fragte sich, weshalb es so einfach war, sich zu befreien und wieder an ihre Waffe zu kommen. Wieder hatte sie das Gefühl von 'Falsch' doch sie konnte es nicht genauer festlegen. Erst jetzt fiel ihr ihr Comgerät ein, doch es befand sich nicht in der Kiste. Irgendjemand wollte sie wohl außer Gefecht setzen, ohne ihr etwas antun zu wollen. Dennoch kam ihr das alles ein wenig seltsam vor, es war beinahe zu einfach gewesen, aus der kleinen Kammer zu kommen und ihr Lichtschwert zu finden.

 

Aliera zuckte mit den Schultern und blickte sich nach einem Ausgang um. Auf der einen Hallenseite konnte sie drei Türen im Schatten ausmachen, während die beiden Seitenwände keine Abgänge zu haben schienen. Überall lag Schrott und Blechteile herum, man konnte aber nicht erkennen, welchen Zweck die Halle einst gehabt haben mochte. Aliera wandte sich an die verbliebene Wand, die tatsächlich einen Ausgang zu beherbergen schien. Ein halb heruntergelassenes Rolltor, dessen einzelne Reihen stark verrostet und verbogen waren, befand sich an der linken Hälfte. Aliera ging vorsichtig, auf die Umgebung lauschend darauf zu. Von beiden Seiten schienen Metallplatten und Holzpfeiler daran gelehnt zu sein, vermutlich um die Öffnung möglichst zu verbergen, denn so wie es den Anschein hatte, war es nicht mehr möglich, das Rolltor nach oben oder unten zu bewegen. Die Padawan fand eine kleine Lücke und späte durch diese vorsichtig hinaus.

 

Vor ihr befand sich ein größerer Platz, der nur spärlich Beleuchtet war. Überall gab es sehr breite Stützpfeiler, selbst die meisten Gebäude hier schienen als Stütze zu dienen. Das diffuse Licht gab einen spärlichen Blick auf Metallschrott, Permabetonreste, Unrat und anderen Müll, die Luft roch abgestanden und sie hatte eine schwer definierbare Note. Aliera rümpfte die Nase und schaute sich nach einem Gebäude oder einem Aufzugpfeiler um. Sie musste einen Weg nach oben finden.

 

Ein raschelndes Geräusch ließ sie zusammenzucken, wie automatisch legte  sie ihre Hand auf das Lichtschwert. Irgendwo in der Ferne schien sich ein flatterndes Etwas fliegend fortzubewegen. Aliera hatte davon gehört, dass es in den unteren Ebenen wilde Tiere geben sollte, dieses hier schien sogar ein recht großes Exemplar gewesen zu sein. Vorsichtig ging sie weiter und achtete darauf, wohin sie trat. Der Boden war an vielen Stellen rissig, an einigen Stellen waren sogar Teile nach unten weggebrochen und im schwachen Licht war nicht jede so geartete Gefahr gut zu erkennen. Aliera hielt inne, als sie an einer Hauswand über sich etwas vertrautes gewahrte. Dort befand sich etwas, das schwach pulsierend Licht abgab. Sie legte ihren Kopf in den Nacken und konzentrierte sich auf das Gebilde und erkannte eine starke Ähnlichkeit zu dem, welches sie im Wartungsschacht des Generatorraums entdeckt hatte. Auch überkam sie wieder dieses stechende Gefühl von 'Falsch'. Um das Gebilde herum hatte sich eine Art Geflecht gebildet. Wie feine Ranken wuchsen sie scheinbar ziellos an der Wand entlang und verschwanden im Dunkel. 

 

Grübelnd blickte sie das Gebilde an. Das Pulsieren verlieh ihm irgendwie etwas lebendiges.

„Ob es davon noch mehrere gibt?“ fragte sie sich murmelnd.

Phyar wäre nun eine große Hilfe gewesen. Ihr gefiederter Vogelfreund wäre ihr überall hin gefolgt, doch das war ihm nicht gestattet. Eigentlich hätte er nicht einmal hier auf Coruscant sein sollen, doch das Tier schien geradezu vernarrt in Aliera zu sein und so hatte man ihr gestattet, den Phoenixvogel auf Coruscant zu behalten, wenn er sich um sich selbst kümmerte und sie sich nicht von ihren Aufgaben abhalten ließe. In der Tat hatte er das ein oder andere Mal wenn auch ungewollt zum Erfolg von Missionen beigetragen. Aliera lächelte bei der Erinnerung. Doch nun war sie erst einmal auf sich gestellt, kein Meister, der sie anleiten konnte, kein tierischer Begleiter, der die Umgebung auskundschaften konnte. Es gab nur Aliera und die seltsamen, pulsierenden kristallinen Gebilde. Die Padawan beschloss, nach weiteren davon zu suchen und konzentrierte ihre Aufmerksamkeit darauf.

 

Sie entdeckte nach einigem Suchen eine ganze Reihe dieser Objekte, die alle über dieses Geflecht miteinander verbunden zu sein schienen, das Pulsieren war fast gleichmäßig, so als wäre alles Teil eines einzigen Systems. Bisher waren alle so angebracht, dass sie keines ohne Hilfsmittel hatte erreichen können. Nun stand sie vor einem tiefem Schacht. Die Padawan war den Spuren des Geflechts gefolgt. Bis auf das pulsierende Licht im Schacht war es in ihrer nähren Umgebung ziemlich finster. Sie hatte ihr Lichtschwert aktiviert, um ihre direkte Umgebung, speziell den Boden, besser erkennen zu können. Das vertraute Summen der Klinge hatte etwas beruhigendes, während sie die Falschheit und das schwache Brummen des pulsierenden Dings unter sich im Schacht nervös machte. Die vorherrschende Stille ringsum wurde immer wieder vom Knarzen instabiler Stützen unterbrochen, weitere nicht deutbare Geräusche komplettierten die gruselige Stimmung des Ortes.

 

Sie wollte sich gerade hinknien, um das das Gebilde aus der Nähe betrachten, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte. Sie zuckte zusammen, sie hatte nicht bemerkt, dass sich jemand genähert hatte. War sie so unvorsichtig oder die Person so versiert, sich zu tarnen? Sie wollte sich umdrehen, doch irgendwie konnte sie sich kaum bewegen, etwas schien sie einfach nicht zu lassen.

„Du hättest nach oben gehen sollen, nicht nach unten, Padawan.“ sprach eine leise Stimme, die etwas vertrautes, aber auch falsches an sich hatte.

Langsam war sich Aliera sicher, dass er für all dies verantwortlich war. Sie sammelte ihre Kraft und drehte sich zu ihm um. Schluckend erkannte sie, dass es der junge Jedi mit dem strubbeligem Haar aus dem Tempel war. Seine Nervosität war inzwischen verflogen. Aliera, die noch immer ihr Lichtschwert aktiviert in der Hand hielt, musterte den Jedi. Sein Blick war irgendwie leerer, seine Haut so blass, dass man seine Adern blau durchschimmern sehen konnte. Er wirkte ausgemergelt und sah anders aus, als sie ihn im Tempel gesehen hatte. Jetzt wurde ihr klar, was sich so falsch angefühlt hatte. Es war seine Aura, er hatte sie verborgen, sich verstellt, um nicht als das, was er war, erkannt zu werden.

„Du bist kein Jedi, nicht wahr?“ fragte Aliera, wagte es aber nicht, sich zu bewegen.

Ihr Gegenüber blickte sie einen Moment schweigend an. Dann verzogen sich seine Mundwinkel zu einem feinen Lächeln.

„Nein, bin ich nicht. Nicht mehr. Seit ich auf Thalvar die Kristalla entdeckt habe... sie sind unglaublich....!“

Seine Stimme war rauher und leiser als zuvor. Die Padawan blieb so ruhig sie konnte. Der falsche Jedi schien beinahe besessen von diesen Kristalla zu sein, seine matten Augen hatten beinahe geglänzt, als er von ihnen gesprochen hatte.

„Aber ich denke, du kannst dir gar nicht vorstellen, zu was sie in der Lage sind. Sie sammeln alle Arten von Energie und speichern diese. Und dann...“ Der Gefallene kicherte leise, ging einige Schritte zur Seite und hob die Hände.

„Und dann hole ich mir die Energie... „

„Sie zerstört dich.“ kommentierte Aliera seine Erklärung knapp.

„Sie erneuert mich.“ entgegnete er und blickt der Padawan fest in die Augen.

 

Aliera drehte sich um, sie stand mit dem Rücken zum Abgrund. Aus der Tiefe konnte sie das Pulsieren eher spüren als sehen, mit jedem Zyklus flackerte die Aura des jungen Mannes.

„Diese... Kristalla... sie haben dich an sich gebunden. Dich Anhängig von ihrer Energie gemacht. Sie benutzen dich dafür, sich auszubreiten. Ich habe sie Überall gesehen.“ Die Padawan sprach eine Vermutung aus, sicher war sie sich nicht.

Der junge Mann zögerte, ehe er wieder einen Schritt näher tat. Aliera blickte ihn an, unsicher, was er vor hatte.

„Ich denke, du willst das hier eigentlich gar nicht. Du hast mich nicht getötet, als ich sie entdeckt habe, und du hast mir die Chance gegeben, zu entkommen. Ich kann... Widerwillen in dir...“

Die Augen des Fremden flackerten kurz auf, so als wolle er der Padawan zustimmen. Seine Hände schossen hervor und packten sie wieder, seine Gesichtszüge nun vor Abscheu verzerrt.

„Nein! Du bist im weg!“ Schwungvoll stieß er die Padawan zurück.

Aliera verlor den Halt unter den Füßen und drohte in den Schacht zu stürzen. Sie  warf ihr Lichtschwert zur Seite und streckte die Arme geistesgegenwärtig aus und konnte sich gerade eben noch an der Kante festhalten. Die Klinge rollte nun deaktiviert etwas zur Seite. Die Wand war glitschig und voll von dem seltsamen Geflecht. Es schien, als würde alle Energie, die die Kristalle sammelten, über diese 'Leitungen' zu dem Kristall am Boden dieses Schachtes führen. Ein vertrautes Zischen holte Aliera aus ihren Gedanken. Sie spürte, dass sie langsam Halt verlor, während der gefallene Jedi über ihr sein gezündetes Lichtschwert nun zu einem Schlag ausholen ließ. Die Padawan konzentrierte sich auf die Macht, ließ die Kante los und zog im Fallen die Beine an, um sich mit diesen dann von der Schachtwand abzustoßen. Mit einem Rückwärtssalto, wie sie ihn auch im Ataru-Training gelernt hatte, kam sie auf der anderen Seite der Kante des Schachtes auf ihren Füßen auf. Der Schlag des gefallenen hatte sie nur knapp verfehlt und sie musste einen Augenblick um ihr Gleichgewicht kämpfen, ehe sie ebenfalls ihr Lichtschwert, dass sie mit Hilfe der Macht zu sich gerufen hatte, zündete.

 

Doch ihre Gedanken waren nicht bei einem Kampf, sondern bei der Lösung des Problems. Diese Kristalla waren der Ursprung des Problems. Sie war sich nicht sicher, ob man hier von einer Lebensform sprechen konnte, dennoch wollte sie den Einfluss jener kappen. Der junge Mann umging den Schacht, um sich ihr zu nähern. Sein Gesicht war vor Zorn entstellt, nichts deutete mehr darauf hin, sie verschonen zu wollen. Die Padawan setzte sich ebenfalls in Bewegung, um ihn auf Abstand zu halten. Die Kristalla gaben ihm nach seinen Aussagen Energie, also musste Aliera irgendwie sicherstellen, dass diese Quelle versiegte. An die Kristalla selbst kam sie aktuell nicht heran, doch dann fiel ihr Blick wieder auf das Geflecht. Sie holte mit ihrem Lichtschwert aus. Das kühle Blau der Klinge näherte sich einer der Ranken, doch die gelbe Klinge des gefallenen blockte ihren Schlag. Aliera keuchte auf, sie hatte nicht einmal Ansatzweise erahnt, dass er über den Schacht gesprungen war. Mit wilder Kraft drückte er Alieras Klinge zurück, bereit alles zu tun, um sie davon abzuhalten, die Ranken zu durchtrennen. Dies zeigte der Padawan allerdings, dass sie auf dem richtigem Weg war.

 

Aliera drehte ihren Oberkörper etwas, durch das anheben ihrer Arme ließ sie die Klinge des Mannes nach unten abgleiten. Geschwind drehte sie sich weg und brachte sich mit einem Salto in die Nähe seiner linken Flanke. Zu sehr auf seine wilden Schläge bedacht, gingen diese zuerst ins Leere, während Aliera schon zu einem Schlag ansetzte, der darauf abzielte, ihn zu entwaffnen. Er drehte seinen Kopf etwas und blickte sie eisig an, während er seinen Griff verstärkte. Die Padawan sprang zurück und nach zwei weiteren erfolglosen Versuchen, ihr Gegenüber abzudrängen, nutzte sie einen ihrer Schläge dazu, die erste der Ranken aus dem Geflecht abzuschlagen. Das Chaos in der Macht verstärkte sich, als der gefallene wütend aufschrie. Verunsichert zog Aliera sich ein paar Schritte zurück, als er sich auch schon erholt hatte und blitzschnell auf sie zusprang. Gerade noch rechtzeitig hatte sie ihre Klinge anheben und seinen Schlag blocken können. Die Wucht des Schlages trieb sie weiter zurück und lies sie über eine weitere Ranke stolpern. Im fallen durchtrennte sie auch diese. Der Schlag, denn ihr Feind auf sie angesetzt hatte, stoppte kurz vor ihrem Gesicht, als dieser wie getroffen zurück zuckte. Die Luft knisterte wie vor Spannung und Aliera spürte den kalten Schweiß auf ihrer Stirn. Sie gab sich einen Ruck und rappelte sich wieder auf, denn der gefallene hatte sich wieder gefangen, obgleich er inzwischen geschwächt wirkte. Mit wirbelnder Klinge kam er wieder auf sie zu, doch seine Schläge waren unpräzise. Während die Padawan sich der Angriffe erwehrte, lenkte sie den Kampf wieder in die Nähe der Ranken, die in den Schacht führten. Mit einem Sprung brachte sie sich direkt zu weiteren Ranken und durchtrennte gleich zwei von ihnen, ehe sie wieder einen Schlag parieren musste. Der junge Mann wirkte inzwischen, als wäre er betrunken. Taumelnd blieb er stehen und blickte Aliera mit verwirrten, blutunterlaufenen Augen an. Er wirkte auf einmal unglaublich müde und erschöpft, sein Wille zu kämpfen und sein Zorn waren Resignation gewichen. Aliera blickte aus dem Augenwinkeln zum Schacht, es waren nur noch zwei dickere und ein paar dünnere Verbindungen des Geflechts übrig. Der gefallene machte einen Schritt nach vorne, ging aber in die Knie. Die Padawan nutzte die Gelegenheit und durchtrennte auch die letzten Ranken. Alle Kristalle, die sie im näheren Umfeld erkennen konnte, verdunkelten sich und das Pulsieren erstarb. Aliera deaktivierte ihr Lichtschwert und hakte es wieder am Gürtel fest, ehe sie sich dem gefallenem näherte.

 

„Wie geht es dir?“ fragte sie vorsichtig, während sie sich hinkniete, um ihn in die Augen zu sehen.

Das Gefühl, dass etwas 'falsch' war, war nun sehr schwach geworden und nur noch unten im Schacht zu spüren.

„Leere...“ antwortete er mit schwacher, heiserer Stimme.

„Es wird dir bald besser gehen. Ich werde dich zu den Jedi Heilern bringen. Sie können dir helfen.“

Aliera sprach mit ruhiger, freundlicher Stimme, als der Mann den Kopf schüttelte. Sie machte ihm keinen Vorwurf, er war der Verlockung, die ihm diese Kristalla geboten hatten, erlegen. Sie blickte sich kurz um, sie musste die Umgebung im Kopf behalten. Sie wollte Meister Rukhara davon berichten, denn diese Kristalla mussten untersucht werden. Tief im Schacht befand sich der Urpsprung, mit ihren aktuellen Mitteln kam sie allerdings nicht dran,

„Wie ist dein Name?“

Aliera blickte ihn mit einem sachtem Lächeln an, wollte ihm Hoffnung bieten.

„Zaine Kahir...“

Seine Stimme war mitlerweile kaum noch ein Flüstern. Aliera stand auf und ging an seine Seite, um seinen Arm um ihre Schultern zu legen.

„Ich bringe dich nach oben zu meinem Meister. Wir werden dir helfen.“ erklärte sie freundlich aber bestimmt.

Zaine wehrte sich nicht gegen Aliera, aber sie spürte seinen Wiederwillen. Langsam stemmte sie sich auf die Beine und half ihm aufzustehen, schwach und wackelig stand er neben ihr. Langsam entfernten sie sich von dem Schacht, dessen Geheimnis  den jungen Mann so zerstört hatte. Aliera geleitete den jungen Mann zurück zu der Lagerhalle, in der sie aufgewacht war. Er hing schwer an ihren Schultern und als sie angekommen waren, sackte er in sich zusammen. Schwitzend half sie ihm, eine möglichst angenehme Sitzposition einzunehmen.

„Ich werde mich beeilen und Hilfe holen. Ruh dich solange aus, ich hoffe, dass es nicht lange dauern wird.“ erklärte sie und deckte ihn mit einer verschlissenen Decke, die sie in einer Nahen Kiste gefunden hatte, zu. Sie begab sich zu der Stelle, an dem sie die Halle betreten hatte und blickte noch einmal zurück. Zaine schien eingeschlafen zu sein, seine im Schatten liegenden Züge waren kaum zu erkennen. Sie wandte sich ab und schlüpfte nach draussen.

 

Es dauerte eine ganze Weile, bis Aliera ein intaktes Treppenhaus gefunden hatte. Die Aufzüge in den unteren Ebenen waren entweder zerstört oder waren dermaßen beschädigt, dass eine Benutzung jener grob Fahrlässig gewesen wäre. Erschöpft machte sie nach vielen Stockwerken einen Halt. Sie stemmte ihre Handflächen auf die Knie und versuchte kontrollierter zu Atmen. Als sie wieder etwas ruhiger war, blickte sie sich um. Die angelaufene Lampe, die ihr auf dieser Ebene Licht spendete, flackerte nicht. An den Wänden waren keine Markierungen, aber eine Wartungstür. Sie trat durch diese, zu ihrem Glück unverschlossene Tür, und fand sich in einem Lagerraum wieder. Dieser hatte ein Fenster, durch das spärliches Licht einfiel und eine weitere Tür, die nach drauß0en zu führen schien. Die Padawan trat an das Fenster und blickte hinaus. Auf dieser Ebene flogen Luftgleiter und es waren Vertreter verschiedenster Spezies auf den etwas heruntergekommenen Wegen unterwegs. Sie wandte sich an die Tür und drückte sie mit einigem Kraftaufwand auf.

 

Endlich an der halbwegs frischen Luft, blickte das Mädchen nach oben. Sie war noch immer ziemlich tief, aber hoch genug, um mit ihrem Meister Kontakt aufnehmen zu können. Zuerst ging sie den Fußweg entlang, verfiel dann aber in einen Laufschritt, denn sie durfte nicht vergessen, dass Zaine Kahir auf sich alleine gestellt in der Halle tief unten lag. Niemand konnte genau sagen, wer sich da unten herumtrieb oder ob er wieder die Kraft finden würde, zu den Kristalla, die tief unten im Schacht lagen, zu kriechen. Aliera bremste ab, als sie eine öffentliche Kommunikationssäule erblickte. Genau das, was sie gesucht hatte. Sie kramte nach dem Creditstick, der mit einem kleinen Budget für Notfälle aufgeladen war, und schob ihn in den Zahlslot. Ungeduldig wählte sie die Comfrequenz ihres Meisters und wartete, bis er sich meldete.

„Meister Rukhara hier. Mit wem habe ich die Ehre?“ wollte er mit ruhiger Stimme wissen.

Aliera besann sich darauf, dass diese Säule nur Audio übertrug und begann zu sprechen.

„Meister Rukhara, ich bin es, Aliera.“ Die Padawan musste fast schreien, als mehrere Lastgleiter ihre Position recht nahe passierten.

„Ich habe mir Sorgen gemacht, wo bist du denn?“ wollte er wissen, auch wenn seine Stimme neutral und unbesorgt wirkte.

„Ich habe etwas seltsames Entdeckt und bin der Spur gefolgt, als mich ein junger Mann... jener, den ich im Tempel wirklich gesehen habe, in die Tiefen von Cursucant verschleppt hatte. Diese Kristalle.... er nannte sie Kristalla, sind über eine Art Geflecht miteinander verbunden und haben den Generatoren und anderen Energiequellen Energie abgezogen und ihm einen Teil davon umgewandelt wiedergegeben. Er war ganz besessen davon... Ich habe den Ursprungskristalla in einem Schacht gefunden, und die Verbindungen gekappt. Zaine Kahir geht es nicht so gut, er ist zusammengebrochen, als ich das gemacht habe. Aber der Einfluss... ist nun schwächer. Ich brauche eure Hilfe, ihn zu holen, Meister.“

Cheldran hörte seiner Padawan zu, während diese beinahe ohne Luft zu holen, berichtete.

„Nun, diese Kristalla wie du sie nennst waren wohl wirklich der Ursprung der Energieprobleme, jetzt funktioniert alles wieder normal.“ warf der Jedi ein, als Aliera eine Pause einlegte. 

„Was den jungen Mann angeht, holen wir ihn natürlich heraus. Wir müssen mehr erfahren. Ist dieser Quellkristalla noch aktiv, Aliera?“

Die Padawan überlegte einen Augenblick.

„Aktiv ja, aber von den kleineren getrennt. Aber ich weiß natürlich nicht, ob dieses Geflecht von alleine nachwachsen kann. Ich kam nicht an diesen Quellkristalla dran.“

Cheldran nickte.

„Ich werde ein Team beordern, dass sich um diesen kümmert. Ich komme zu dir, wir holen Zaine ab.“

Einige Augenblicke passierte nichts, scheinbar lud er sich die Koordinaten von Alieras Comsäule.

„Bleib wo du bist, ich bin bald da. Rukhara Ende.“

 

Aliera deaktivierte die Verbindung ebenfalls und zog ihren Creditstick heraus. Sie schaute sich etwas suchend um, entdeckte dann eine Bank, auf der sie sich erschöpft niederließ. Ihr Magen begann zu grummeln und sie zog sich die Beine hoch, um die Arme darum zu legen. Mittlerweile war sie eine ordentliche Zeit wach und auf den Beinen. Wäre sie in einem Urwald oder in der Natur, würde es dem Mädchen weniger stören, doch in der urbanen Umgebung wie sie Coruscant bot, fühlte sie sich selten wohl. Meister Rukhara würde aber sicher bald erscheinen und mit ihr Zaine holen gehen. Lächelnd schloss sie ihre Augen und gönnte sich ein paar Minuten Entspannung.

 

Ein Tippen auf ihre Schulter ließ die Padwan aufschrecken. Etwas groggy blickte sie ihren Meister, der nun vor ihr stand an und war schlagartig wach. Sie sprang von der Bank auf.

„Meister!“ rief sie, während sie versuchte, die Erschöpfung fort zu blinzeln.

Cheldran lächelte, hinter ihm befanden sich zwei weitere Jedi. Aliera kannte sie vom Sehen, es waren der Heiler Sinvar Theya und die Jediforscherin Anyara Ravi. Aliera lächelte die beiden freundlich an und verneigte sich zur Begrüßung höflich.

„Ich Grüße euch, Ritter Theya und Ritterin Ravi.“

„Wir grüßen dich auch, Padawan Eryada.“ Die beiden antworteten gleichzeitig, was Aliera lächeln ließ. Sie hatte schon davon gehört, dass dies bei den Beiden öfter vorkam.

„Verlieren wir besser keine Zeit.“ erklärte Cheldran dann und bedeutete Aliera, ihnen den Weg zu weisen.

Aliera nickte und eilte voraus, inzwischen war sie wieder wacher. Aliera gelang es, den Weg ohne größere Probleme wieder zu finden. Allerdings wurde sie zwischendurch immer wieder etwas langsamer, weil sie nur bedingt erholt war. Sie spürte, wie Sinvar ihr über die Macht unterstützende Kraft sandte und lächelte diesen dankbar zu. Seine Hilfe erleichterten den Abstieg ungemein und bald hatten sie die tiefe Ebene, an dem sich das alte Lagerhaus befand, erreicht.

„Da drin befindet sich Zaine Kahir.“ erklärte Aliera.

Sinvar nickte verstehend und kletterte durch die Toröffnung, während Aliera, ihr Meister und Anyara schon weiter eilten. Unterwegs zeigte Aliera ihnen die an den Wänden verwachsenen Kristalla, die nun inaktiv und lichtlos waren. Anyara schnitt sich ein Exemplar heraus und zerstörte die anderen, an denen sie vorbeikamen mit einem kleinem Spezialultraschallgerät, um eine weitere mögliche Gefahr ausschließen zu können. Meister Ruhkhara blieb kurz stehen, als sein Com knackte, aber die Verbindung war zu schlecht, als das man etwas verstehen könnte. Seufzend steckte er es weg und lenkte seine Aufmerksamkeit zu Aliera und Anyara, die nun vor dem Schacht, von dem Aliera berichtet hatte, stehen geblieben waren. Anyara war in die Knie gegangen und schien sich auf die Macht zu konzentrieren. Cheldran stellte sich neben sie, während Aliera um den Schacht herum ging, um noch einmal zu kontrollieren, ob keine weiteren Verbindungen übrig oder gar neu entstanden waren.

 

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